Seite auswählen

Unsere teilSolar-Projektgruppe war neugierig, wie die Facetten des Klimawandels anschaulich gemacht werden im Klimahaus in Bremerhaven. So fuhren vier von uns am 15. Mai 2018 mit dem Niedersachsen-Ticket der Bahn los. Wir konnten damit auch den Stadtbus nutzen.

Die Häfen und die Außenweser boten uns erste Anschauung über Entwicklungen in Deutschland. Denn vom Weserufer und danach noch aus den Höhen des SailCity-Hochhauses hatten wir gleich wichtige Bauten der Energieversorgung im Rundumblick. Südlich in der Ferne das im Rückbau befindliche Kkw Unterweser bei Esenshamm. Westlich auf dem gegenüber liegenden Ufer der Außenweser in Nordenham-Blexen die Firma Steelwind mit ihren riesigen in Vormontage befindlichen Offshore-Plattformen für Windkraftanlagen. Gen Norden (Cuxhaven) und Nordosten außerhalb der Stadt bis an den Horizont kaum zu zählende Windkraftanlagen von der Küste bis weit ins Binnenland. Am Ostrand von Bremerhaven ein Müllheizkraftwerk. Unter dem SailCity-Hochhaus die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Klimahauses. Es ist bisher nicht gelungen dieses vollständig erneuerbar oder nachhaltig mit Energie zu versorgen. Aber einiges ist besonders wie der Wärmeaustausch mit dem Untergrund des Gebäudes über die tragenden tiefgründigen Säulen. Unseren Gruppenfokus, die PV-Anlage, hatten wir erst wieder beim Verlassen der Ausstellungen im Blick durch ein Display der Messwerte der Klimahaus-PV-Anlage.

Das Klimahaus stellt als Hauptthema eine Reise in etwa entlang der Klimazonen des achten Längengrades Ost dar. Es gelang dadurch einen sinnlichen Eindruck von den extrem verschiedenen Lebensbedingungen an jedem der Reiseorte einmal rund um den Globus zu bekommen. So sind Wüsten für einen Menschen der gemäßigten Breiten eine intensive Erfahrung. Als Besucher spürte ich das wachsende Bedürfnis nach Langsamkeit. Ich bekam ein Gefühl von der Bedeutung von Ressourcen wie Holz und Wasser. Stets und vielfältig wird versucht sinnlich und anschaulich den Einfluss des Klimas und seiner Veränderungen für die jeweiligen Einheimischen darzustellen. Aber auch die Fähigkeiten und Grenzen sich anzupassen.

P1020579_Klimahaus_Antarktissouvenier.jpg

Klimawandel-Souvenier aus der Antarktis

Die betrachteten Zeiträume sprengen teilweise die menschliche Vorstellungskraft. Beispiel Sahara: Vor 440 Mio. Jahren von Gletschern überzogen, vor 90 Mio. Jahren am Boden eines riesigen Meeres, vor 2,5 Mio. Jahren unwirtliche Steinwüste, bis vor 6000 Jahren ein blühendes Paradies. Neben der enormen geologischen gibt es für die Sahara noch eine astronomische Dimension des Klimawandels. Die periodischen Präzessionen von ca. 21.000 Jahren führ(t)en durch den schwankenden Abstand der Erdhalbkugeln zur Sonne zu wechselnden Trocken- und Feuchtperioden. Selbst diese letztgenannten Zeiträume übertreffen unsere Vorstellungskraft. Verglichen damit, laufen die derzeitigen menschengemachten Klimaveränderungen wie im Zeitraffer ab.

Die anderen Ausstellungsbereiche haben wir auch noch durchstreift. Im World Future Lab wird versucht, spielerisch den Besuchern im virtuellen Raum Ideen zu entlocken. So wurde unsere Photovoltaik-Gruppe zu Photosynthese-Nutzern und -Entwicklern. Darüberhinaus waren die erneuerbaren Energien nur monothematisch im Offshore-(Wind)Center dargestellt. Die anstehende Sonderausstellung vom 22. Juni bis 16. September 2018 bringt die Erneuerbaren im Hause für ein paar Monate mehr in den Fokus.

P1020580_Klimahaus_Kippelemente.jpg

Kippelemente in Klimahaus Bremerhaven

Im Bereich „Perspektiven“ wird die Bandbreite der in Klimamodellen errechneten wahrscheinlichen Entwicklungen für die vorher im Haus erlebten Klimazonen gezeigt. Eine visualisierte Weltwärmeentwicklung im Zeitraffer zeigt die anstehende Dramatik. Sie kommt auch in der Übersicht der Klima-Kippelemente zum Ausdruck. Die Menschheit spielt im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Feuer.

Wenn uns der Umfang unseres ersten Besuchsabschnittes klar gewesen wäre, hätten wir diesen sicherlich selektiver wahrgenommen, um die anderen in angemessenerem Maße kennen zu lernen. Der Besuch war aber insgesamt eine lohnenswerte Erfahrung besonders mit dem parallelen Austausch in unserer Gruppe.

https://www.klimahaus-bremerhaven.de/