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Glossar Solidarische Stadtkarte

Planetare Grenzen: Sind die Belastungsgrenzen der Erde, von denen die Stabilität des gesamten Erdsystems abhängt und die eingehalten werden müssen, damit die Lebensgrundlagen der Menschheit erhalten bleiben. Die Grenzwerte sind für neun zentrale biophysikalische Systeme und Prozesse festgelegt: Klimawandel, Überladung mit neuartigen Substanzen, Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre, Aerosolbelastung der Atmosphäre, Versauerung der Ozeane, Störung der biogeochemischen Kreisläufe, Veränderung in Süßwassersystemen, Veränderung der Landnutzung und Veränderung in der Integrität der Biosphäre. Sieben davon haben wir bereits überschritten.  

Resilienz: Die Fähigkeit (eines Menschen, einer Stadt oder auch eines Ökosystems), mit widrigen Umständen und Situationen umzugehen, ohne dabei langfristigen Schaden zu nehmen, sondern Widerstands- und Regenerationsfähigkeit zu mobilisieren. Dabei kann das System seinen Zustand bei Störungen (von innen oder außen) wiederherstellen oder auch anpassen und weiterentwickeln.

Sozial-ökologische Transformation: Meint die Umgestaltung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise hin zu einer ökologisch nachhaltigen, solidarischen und sozial gerechteren Zukunft innerhalb der planetaren Grenzen – auf allen Ebenen und in allen Sektoren sowie Lebensbereichen. Ziel ist ein gutes Leben für alle Menschen und auch zukünftige Generationen überall auf dieser Erde.

Partizipation: Steht für Beteiligung, Teilhabe, Mitwirkung oder Einbeziehung.

Suffizienz: Eine Nachhaltigkeitsstrategie rund um die Frage nach dem „Genug“ und dem rechten Maß – weg von Hyperkonsum und Überverbrauch. Der eigene Lebensstil und die Wirtschaftsweise werden der Endlichkeit von Ressourcen angepasst, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen.

Shared Mobility: Bezieht sich auf die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeugs, Fahrrads oder eines anderen Transportmittels, z.B. bei privaten oder gewerblichen Carsharing-Modellen oder Fahrradverleihsystemen.

15-Minuten-Stadt: Ein Konzept der Stadtplanung mit dem Ziel, dass alle Einwohner:innen innerhalb von 15 Minuten alles erreichen können, was es zum Alltagsleben braucht – ohne Auto. Dazu gehören Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen ebenso wie Ärzt:innen, Grünanlagen und Kultur- und Sportangebote.

Solidarische Landwirtschaft (kurz: SoLaWi): Ist eine von Verbraucher:innen und Produzent:innen selbstorganisierte Marktalternative für den Vertrieb selbstangebauter Lebensmittel. Private Haushalte tragen die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs und erhalten im Gegenzug dessen Ernteertrag. Kennzeichnend sind zurückverfolgbare Wirtschaftskreisläufe, vielfältige und regionale Landwirtschaft und eine solidarische Nutzen-Risiko-Beteiligung.

Diversität/ Vielfalt: Zielt auf die Gleichwürdigkeit und Wertschätzung sowie Teilhabechancen und selbstverständliche Akzeptanz von Menschen unabhängig von (tatsächlicher oder zugeschriebener) Herkunft und Nationalität, Geschlecht und Geschlechtsidentität, sozioökonomischem Status, sexueller Orientierung, Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit, Alter sowie physischer oder psychischer Fähigkeiten oder anderer Merkmale. Diversität hebt die Einzigartigkeit von Menschen mit all ihren Unterschieden wie auch mit ihren Gemeinsamkeiten positiv hervor.

Dekarbonisierung: Bezeichnet den Prozess der Abkehr von den fossilen Energieträgern Kohle, Erdgas und Öl, um eine Reduktion der Treibhausgasemissionen und schließlich eine fossilfreie Gesamtwirtschaft zu erreichen.

Biodiversität: Auch biologische Vielfalt genannt; setzt sich aus drei Dimensionen zusammen: Die Vielfalt der Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, und die Vielfalt der Ökosysteme, zu der Lebensgemeinschaften und Lebensräume wie Wälder und Meere sowie Landschaften gehören.

Essbare Stadt: Ein Konzept, die bestehenden Grünflächen mit essbaren Nutzpflanzen zu bepflanzen und so das Stadtgrün von einer Zierpflanzen-Landschaft in eine lebendige, produktive und essbare Stadtlandschaft zu verwandeln.