NACHHALTIGE ERNÄHRUNG
Der Blick über den Tellerrand
Wie wir uns ernähren und die Art, wie unsere Nahrungsmittel produziert werden, hat Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden, aber auch Auswirkungen auf unsere Erde, auf Tierwelt und Mitmenschen. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion gilt als wesentlicher Treiber für das Überschreiten von fünf der neun planetaren Grenzen und ist für mehr als 30 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hunderte Millionen Menschen weltweit leiden Hunger, noch weit mehr können sich nicht gesund ernähren. Gleichzeitig landet weltweit ein Drittel aller Lebensmittel im Müll. Dort, wo es mehr als ausreichend Nahrung gibt, nehmen ernährungsbedingte Krankheiten wie etwa Adipositas, Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu.
Wir brauchen daher einen Wandel unserer Ernährungssysteme, von der Produktionsweise bis auf den Teller! Praktisch: Was gut für Umwelt und Klima ist, ist auch gut für unsere Gesundheit – allem voran mehr pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, dafür weniger Fleisch, weniger Milchprodukte und weniger hochverarbeitete Lebensmittel. Und all das bevorzugt ökologisch, regional, saisonal und fair produziert.
Wie können wir uns also konkret als wachsende Weltbevölkerung (alle!) gesund ernähren, ohne die planetaren Grenzen zu überschreiten? Wie können wir unser Ernährungssystem gesundheitsfördernd, ökologisch tragfähig, sozial gerecht und wirtschaftlich resilient gestalten? Wie stärken wir regionale Produktion und Vermarktung? Wie sorgen wir für gute Einkommen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, wie fördern wir fairen Handel? Wie kann gute Ernährung für alle zugänglich und bezahlbar sein? Wie vermeiden wir Tierleid, wie Verschwendung? An Antworten auf all diese Fragen arbeiten die Initiativen im folgenden Kapitel.
Du bist, was du isst, hört man oft – wer also wollen wir sein?