DEMOKRATIE STÄRKEN UND VIELFALT LEBEN
Vielfalt statt Einfalt, Liebe statt Hass, Solidarität statt Spaltung und Freiheit statt Faschismus!
Die politische Landschaft verändert sich. Autoritäre Kräfte greifen Demokratie und Rechtsstaat an und gelebte Vielfalt wird zunehmend bedroht. Eine vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Partei verbreitet als größte Oppositionspartei menschenverachtende Hetze im Bundestag und macht demokratische Institutionen und Prozesse verächtlich. Wir sehen eine Normalisierung rechtspopulistischer und menschenfeindlicher Sprache, Narrative und Positionen; Hass und Gewalt nehmen zu.
Gleichzeitig gab es Demonstrationen im ganzen Land, für Demokratie und Vielfalt, gegen Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und jede Form der Zusammenarbeit mit Rechtsextremist:innen. Die Protestwelle 2024 gehörte zu den größten in der Geschichte der Bundesrepublik – nie zuvor waren mehr Menschen gegen Rechtsextremismus auf der Straße! Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland sind überzeugte Demokrat:innen, sorgen sich um den Zustand des demokratischen Systems und dessen mögliche Zerstörung durch Rechtsextremist:innen.An welchem Faden also wollen wir anknüpfen, welchen verstärken und weiterspinnen? An welcher Geschichte weiterschreiben?
Eins sollten wir uns in jedem Fall bewusst machen: Demokratie ist kein Naturgesetz, sondern ein gemeinsames Projekt, das wir immer wieder neu mit Leben füllen müssen und das nur durch Mittragen und Mitmachen funktioniert. Stille Zustimmung, Schweigen und Gleichgültigkeit oder den Rückzug ins Private können wir uns angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre schlicht nicht mehr leisten.
Es braucht politisches Engagement genauso wie ganz praktische Solidarität, damit alle Menschen mit ihren Gemeinsamkeiten genau wie in ihrer Einzigartigkeit gleiche Möglichkeiten der Teilhabe und Entfaltung erhalten und die gleiche Wertschätzung erfahren. Unabhängig von (tatsächlicher oder zugeschriebener) Herkunft und Nationalität, Geschlecht und Geschlechtsidentität, sozioökonomischem Status, sexueller Orientierung, Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit, Alter sowie physischer oder psychischer Fähigkeiten oder anderer Merkmale. Damit alle Menschen ihr Leben frei und selbstbestimmt gestalten können.
Die Initiativen in diesem Kapitel zeigen, wie es gehen kann. Sie setzen sich ein für eine wehrhafte Demokratie, für die selbstverständliche Akzeptanz und das Feiern von Vielfalt, für gelebte Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Gerechtigkeit und universelle Menschenrechte. Als für sich stehende Werte und zugleich als Schutzfaktoren gelingender demokratischer Systeme.
Wir alle sind aufgerufen, unsere Demokratie und ihr moralisches Fundament, die Gleichwürdigkeit aller Menschen, zu verteidigen. Jetzt. Warten wir zu lange, wird es dafür noch sehr viel mehr Mut brauchen. Legen wir gemeinsam los!